Letzte Änderung am 25.6.2002

Watzens Lebenshilfe präsentiert:

"Der Absturz der Partition C"

oder:

Chronik eines Dramas

Systembeschreibung
Windows 98 (stabil laufend seit Nov. '98, ja, wirklich!)
Pentium II 350
C (6 GB, mit vielen wichtigen Daten)
D (2 GB, auch mit wichtigen Daten)
Natürlich kein Backup...

Watz geschah?
Eigentlich wollte der Watz nur eine DOS-Startdiskette erstellen, damit er Dungeon Master II mal wieder spielen kann (Nostalgie, Nostalgie). Also entlieh er sich einen alten DOS-6.2-Laptop, erstellte eine Systemdiskette, kopierte von seinem Rechner die nötigen Dateien (Sound, CD,...) hinzu, legte die Disk ein und ließ Win 98 neu starten.

Und siehe... es geschah nichts. Na ja, fast nichts, immerhin blinkte links oben der Cursor (kommt aus dem Englischen und heißt "Flucher"). Aber das war's auch schon.
Gut, dann eben Diskette 'raus, neu booten - ah ja, den blinkenden Flucher kennt der Watz ja schon. Nett, wenn man alte Bekannte wiedertrifft.

Dann eben richtig ausschalten und neu booten (hatte der Watz schon gesagt, daß "Booten" auch aus dem Englischen kommt und watz mit Treten zu tun hat?).
Oh schön, wenigstens ist alles, wie Watz es kennt: blinkender Cursor links oben...

Und es war nichts mehr zu machen. All die schönen Tricks mit fdisk (ohne formatieren, Backup besteht ja keins und Watz will seine Daten behalten!), sys und Startdiskette erbrachten das selbe Ergebnis: "Ungültiges Medium in Laufwerk C:" bei jedem Zugriffsversuch. *Seufz*

Ok, auf die D-Partition konnte der Watz unbeschränkt zugreifen, ist ja schon watz, aber darauf war eben nur ein Teil der Daten (obwohl der Watz auch die nicht missen will).

Überraschend entdeckte der Watz dann auf einem anderen Rechner (ständige Prüfung eingelegter Disks und bearbeiteter Files durch aktuellen Norton Antivirus), daß der alte Laptop ihn nicht nur mit den DOS-Files, sondern auch noch mit dem FORM-Virus versorgt hatte. Eigentlich soll der ja harmlos sein, nach dem 18. Tag soll er Klickgeräusche und eine Meldung ("Hallo, hier bin ich, aber ich mache nichts weiter...") von sich geben, aber als altes DOS-Teil kann er in den FAT32-Bootsektoren leider watz überschreiben. Pech gehabt... Sind wohl mehrere Faktoren auf Watzens Platte zusammengeprallt. Und die Aufprallwucht hat dann wahrscheinlich empfindliche Lücken gerissen.

Rettungsversuche
Watz tut man? (Der Watz faßt mal die Hilfestellungen der mitfühlenden Freunde und Kollegen ungekennzeichnet mit eigenen Versuchen zusammen.)

Nun denn eben die von download.com heruntergeladenen Rettungsprogramme einsetzen, kostenlos muß ja nicht gleich umsonst heißen. Viel Zeit (und Geld, da online-Zeit, aber Datenrettung ist eben teuer) geht noch dabei drauf, sich die Bewertungen durchzulesen. Warum soll der Watz etwatz probieren, daß schon Hunderte oder sogar Dutzende als Mist eingestuft haben?

Ein paar Kandidaten fallen ins Auge, Watz entscheidet sich erst mal für ein DOS-Programm, "Zero Assumption Recovery", ZRFX). Soll auch bei völlig unzugreifbarer Platte watz bringen - hoffe ich nur, daß die Autoren recht haben.

ZRFX läuft von der Diskette los (schreibt nichts auf die Platten) und beginnt mit der Erkennung. Die dauert dann auch nur 90 Minuten und liefert einen Verzeichnisbaum, der gut aussieht. Tja, aber dann die Überraschung, die schon in den Bewertungen angedeutet war: Ohne Registrierung darf man nur vier (üppig!) Verzeichnisse zurückschreiben. Und wer hat schon eine so kleine Verzeichnistiefe? Windows jedenfalls nicht! Schade eigentlich.
Zudem ist der Ausdruck "Shareware" etwas hoch gegriffen, wie schon die Bewertungen erkennen lassen - man kann nach der Erkennung nur vier Verzeichnisse zurückschreiben, erhält ansonsten nur den Verzeichnisbaum (den kann man aber speichern, damit man den ganzen Käse nach Kauf der Vollversion nicht noch mal laufen lassen muß - ist sinnvoll bei dem Zeitbedarf).

Kandidat zwei ist "GetDataBack" (Version 2, die Bewertungen scheinen sich auf V 1.0 zu beziehen) von runtime.org. Genaugenommen ist auch hier das Etikett "Shareware" total falsch. Allerdings ist das Dingens richtig schnell, nach kurzer Installation (man braucht also einen zweiten Windows-Rechner) liefert es weit unter einer Stunde einen gut aussehenden Verzeichnisbaum.
Glücklicherweise verlangt das Programm die Eingabe eines Registrierungskeys unter der Hilfe, und wo man die herbekommt... Der phantasievolle Leser wird sich den Rest denken können: richtig, vom Hersteller, für 59 US$. (oder woher sonst, hmmm?)
Im Endeffekt schreibt das Programm die Daten sehr schnell zurück (zips, exen und andere dicht gepackte Dateien mal ausgenommen, da dauert's länger) und findet viele Dateien, die es nicht zuordnen kann, die man aber in den meisten Fällen lesen kann (Watz erkennt viele schon vorab als gelöschte Dateien und Fragmente wieder).
Die Bedienung ist völlig simpel *uff*, der Anfänger kann sich einfach durch die fünf Schritte klicken. Bei der Vollversion geht's wohl auch komplizierter (für Fachleute, die genau wissen, watz sie tun, tun können und tun müssen), aber wozu, wo der Watz so auch zum Ziel kommt.

Abschließend konstatiert der Watz also, daß er anscheinend alles wieder hat, watz er wollte, auch wenn noch nicht jedes Programm (vor allem die schwierigen DOS-Modus- und reinen DOS-Kandidaten) wieder läuft.
Das Programm hat also gehalten, was seine Hersteller versprochen haben.

Nebenbei bemerkt:
Watzens Rechner hatte ja damals (Aldi, Medion) das Win 98 vorinstalliert. Es gab also ein vollgültiges OEM-Win 98 (nix Recovery anno dazumal) und eine Rettungs-CD. Eigentlich sollte man den Auslieferungszustand damit über die DOS-Ebene wieder herstellen können, wenn die entsprechenden Dateien auf D: vorhanden sind. Als Watz Probleme mit der Sound- und der SCSI-Karte hatte, wollte er genau das tun, und siehe da - man muß eine 1805er Nummer anrufen, um sich die Installationsnummer zu holen! Sauköppe!

Zum Glück ging's auch so. Aber die kriegen noch 'ne nette Mail! (Der Watz hat ja noch einen Virus vorrätig - ist aber nicht gemein genug veranlagt.)

Als Nebenwirkung ist der Rechnerstart aber wenigstens etwatz schneller geworden (watz Wunder, fehlen ja auch noch etliche DOS-Einstellungen).
Und Plattenplatz hat man auch gespart - etliche der alten DOS-Programme, mühsam unter Win 98 zum Laufen gebracht, wollen überhaupt nicht mehr, obwohl Watz alle Einstellungen übernommen hat. Watz für ein Sch....!!

Der Watz will sich nun natürlich nicht als der Rettungsexperte aufspielen, aber er hofft doch, daß seine kleine Schilderung neben dem (sicherlich vorhandenen) Unterhaltungswert auch Tips für den eigenen Notfall enthält.

Merke: Schadenfreude ist eine der reinsten, unverfälschtesten menschlichen Regungen!

In diesem Sinne!

(Dungeon Master II läuft trotzdem noch nicht richtig.)



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